Künstliche Intelligenz (KI) und die Arbeitswelt

Weiblicher Roboter arbeitet mit künstlicher Intelligienz

Integration von Künstlicher Intelligenz

In einer Welt, die zunehmend von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägt ist, ist es unerlässlich, die Auswirkungen dieser Technologie zu verstehen. Im Interview mit Dieter Puganigg, MSc, einem Experten für Digitale Transformation, Resilienz und Nachhaltigkeit, beleuchten wir die Herausforderungen und Chancen, die mit der Integration von KI in verschiedene Bereiche der Arbeitswelt einhergehen.

Künstliche Intelligenz (KI) und die Arbeitswelt

Wie sehen Sie die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt in den nächsten 5-10 Jahren? Welche Branchen und Berufe werden Ihrer Meinung nach am stärksten betroffen sein?

Tatsächlich bin ich überzeugt davon, dass die Auswirkungen von KI über einen so langen Zeitraum – in den nächsten 5-10 Jahren – aus heutiger Sicht kaum vorhersehbar sind. Ich würde die Frage daher lieber – und mit höherer Eintrittswahrscheinlichkeit – für die nächsten drei bis vier Jahre (und damit auf die ersten fünf Jahre „nach ChatGPT 3) beantworten, da wir die ersten Auswirkungen hier bereits erkennen und daher auch einschätzen können.

Zuerst glaube ich, dass KI die Arbeitswelt maßgeblich und in drei Bereichen beeinflusst und weiter beeinflussen wird: 1. die Berufsbilder, 2. die Tätigkeiten und 3. die Arbeitsformen. Einige Aspekte dazu:

  • Der Einsatz von KI Tools fördert Automatisierung und Vernetzung, daraus entstehen neue Tätigkeitsfelder und Formen von Zusammenarbeit
  • Gleichzeitig werden durch Automatisierung viele monotone Tätigkeiten reduziert, jedoch werden von den Mitarbeitenden andere Kompetenzen erwartet, um mit KI Systemen umgehen zu können. Das verändert die Beschäftigungsqualität.

Bezüglich der betroffenen Branchen und Berufe: unter den genannten Aspekten werden mit hoher Wahrscheinlich vor allem Logistik, Produktion, Finanzwesen und Gesundheitswesen sowie Berufe mit den genannten monotonen bzw. repetitiven (wiederholenden) Tätigkeiten in diesen Branchen betroffen sein. Es ist heute schon wichtig und wird in Zukunft noch wichtiger sein, die passenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und diese Transformation aktiv zu gestalten (im Vergleich zu: ihr reaktiv „nachzulaufen“).

Tatsächlich sollte aus meiner Sicht KI als nützliches Werkzeug für Menschen gesehen werden.

Möglichkeiten der Künstliche Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt

Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, viele Aufgaben effizienter zu erledigen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, wie Unternehmen und Arbeitnehmer von dieser Effizienz profitieren können? Gibt es auch potenzielle Risiken?

Tatsächlich sollte aus meiner Sicht KI als nützliches Werkzeug für Menschen gesehen werden. Und so wie bei jedem Werkzeug gibt es sowohl positive als auch negative bzw. riskante Aspekte.

Fangen wir mit den positiven Aspekten – im Sinn von Chancen oder Potenzial – an; hier sind beispielsweise folgende zu nennen:

  • Effizienzsteigerung durch Automatisierung (wie erwähnt), dadurch mehr Zeit für höherwertige oder kreative Tätigkeiten
  • Datenanalyse durch KI Tools erkennt Muster in Datenreihen und kann zu besseren Entscheidungen führen
  • Effiziente, automatisierte Prozesse bedeuten weniger Zeit- und Arbeitsaufwand und bieten daher die Möglichkeit von Kosteneinsparungen.
  • Unternehmen, die KI nutzen, können innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln und sich so von der Konkurrenz abheben.

Dem gegenüber gibt es natürlich auch potenzielle Risiken, die zu berücksichtigen bzw. zu bewerten sind, beispielsweise:

  • KI kann Jobs mit einfachen, repetitiven Tätigkeiten ersetzen, was zu Unsicherheit für Arbeitnehmer*innen führt
  • Und ebenfalls sehr wichtig: Datenschutz und Ethik. KI-Systeme müssen verantwortungsbewusst eingesetzt werden, KI-generierte Inhalte sollten besser erkennbar sein, und die Urheber- und Nutzungsrechte an KI-generierten Inhalten müssen verlässlich und nachvollziehbar geklärt werden.

Automatisierung von Arbeitsplätzen durch KI-Technologien

Ein häufig diskutiertes Thema ist die Automatisierung von Arbeitsplätzen durch KI-Technologien. Welche Strategien schlagen Sie vor, um sicherzustellen, dass Arbeitnehmer, deren Tätigkeiten von KI übernommen werden könnten, unterstützt und umgeschult werden, um in der sich wandelnden Arbeitswelt relevant zu bleiben?

Der erste Vorschlag – der auch am einfachsten zu verwirklichen ist -, wäre eine transparente Kommunikation: Mitarbeitende sollten frühzeitig bzw. laufend über Veränderungen informiert werden, auch darüber, wo und wann und warum KI-Systeme eingesetzt werden und welche Auswirkungen auf die Tätigkeiten erwartet werden.

Der nächste Vorschlag wäre die Schaffung von gezielten, motivierenden Weiterbildungsprogrammen – in unterschiedlichen Formaten – und ausreichenden Budgets dafür!

Und drittens könnten In einem derartigen Weiterbildungsprogramm zwei große Themenbereiche abgedeckt werden: 1. die Nutzung von KI-Systemen als Werkzeuge für kreative Menschen. Dadurch könnte eine Bedrohung in eine Chance gewandelt werden. 2. die Förderung von Soft Skills (wie z.B. Kreativität), die den Menschen über die Maschine stellen.

Die ethischen Bedenken der Künstliche Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt

Inwiefern könnten ethische Bedenken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz die Arbeitswelt beeinflussen? Welche Schritte sollten Unternehmen setzen, um sicherzustellen, dass KI-Technologien verantwortungsvoll eingesetzt werden?

Wie vorhin schon erwähnt, gibt es durchaus mehrere berechtigte Bedenken, z.B:

  • Möglichkeit der Diskriminierung, abhängig davon, mit welchen Daten KI-Systeme trainiert werden
  • Mangelnde Transparenz der Entscheidungen von KI-Systemen
  • Nicht-Einhaltung von Datenschutzrichtlinien
  • Unsicherheit bei Mitarbeitenden – wie ebenfalls vorhin schon angesprochen

Unternehmen können ihrerseits sicherstellen, dass Ethikrichtlinien erstellt, eingehalten und regelmäßig überprüft werden, und dass die Mitarbeitenden geschult bzw. sensibilisiert werden.

Über Dieter Puganigg, MSc

Unternehmensberater und Academic Lecturer hat sich auf Digitale Transformation, Resilienz und Nachhaltigkeit spezialisiert. Als Gründer und CEO von Digiwise e.U., Wien, greift er auf 25 Jahre internationale Führungserfahrung in Unternehmen zurück. Diese Erfahrung sammelte er insbesondere im IT-Bereich bei HPE, im Dienstleistungssektor bei Microsoft Corporation und im FMCG-Bereich bei Nestlé Nespresso S.A., jeweils mit einem Schwerpunkt auf B2B. In der akademischen Welt fungiert Dieter als Dozent und unterrichtet Themen wie Digitale Transformation, E-Strategie, Kundenbindung, Führung, Resilienz und Nachhaltigkeit. Zudem leitet er eine Diplomausbildung im E-Commerce-Management.

Ein Mann in Anzug und Krawatte lächelt freundlich.
Dieter Puganigg, MSc, © Blende14

Dieter hat einen Master of Science (MSc) in Digital Business von der FH Technikum Wien und ist bestrebt, sich kontinuierlich im dynamischen digitalen Umfeld weiterzubilden. Seine Zertifizierung als Certified Digital Consultant nach ISO 17024 bei incite spiegelt sein Engagement für Branchenexzellenz wider.

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