Männer in Frauenberufen: Ein wachsender Trend

Ein Lehrer lächelt, während er einer bunt gemischten Gruppe junger Schüler, die um ihn herum in einem hell erleuchteten Raum mit großen Fenstern sitzen, eine Geschichte vorliest.

Rollenbilder eindeutig definiert

In Österreich ist der Anteil von Männern in klassischen Frauenberufen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. So ist der Anteil von Männern in der Pflege von 20,5 % im Jahr 2010 auf 27,3 % im Jahr 2022 gestiegen. Auch in der Kinderbetreuung und in der Erziehung ist der Anteil von Männern gestiegen.

Gründe für den Trend

Es gibt verschiedene Gründe für diesen Trend. Zum einen ist die Sensibilisierung für Geschlechterrollen und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Männer sind heute offener für die Möglichkeit, auch in Berufen zu arbeiten, die traditionell als Frauenberufe angesehen werden.

Zum anderen haben sich die Anforderungen an diese Berufe in den letzten Jahren verändert. Kindergärtner und Floristen sind heute nicht mehr nur für die Betreuung von Kindern oder die Gestaltung von Blumen verantwortlich. Sie sind auch als Pädagogen und Künstler gefragt, die mit Kindern und Kunden auf Augenhöhe kommunizieren und kreative Lösungen finden können. Diese Anforderungen sind auch für Männer attraktiv.

Männer sind heute offener für die Möglichkeit, auch in traditionellen als Frauenberufe zu arbeiten.

Konkrete Beispiele für Männer in Frauenberufen:

  • Pflege: Krankenpfleger, Altenpfleger, Kinderkrankenpfleger
  • Erziehung: Lehrer, Erzieher, Kindergärtner
  • Soziale Arbeit: Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Familienhelfer
  • Gesundheit: Hebammen, Physiotherapeuten, Logopäden
  • Service: Kosmetiker, Friseure, Verkäufer

Diese Berufe sind nicht nur für Frauen geeignet, sondern bieten auch Männern gute Möglichkeiten für eine erfüllende und erfolgreiche Karriere.

Vorteile von Männern in Frauenberufen

Männer in Frauenberufen können einen wichtigen Beitrag für die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt leisten. Sie zeigen, dass Männer auch in vermeintlichen Frauenberufen erfolgreich sein können. 

Darüber hinaus können Männer in Frauenberufen auch einen positiven Einfluss auf die Kinder oder Kunden haben, mit denen sie arbeiten. Zum Beispiel können Kindergärtnerväter den Kindern ein positives Rollenvorbild bieten und ihnen helfen, sich in ihrer Geschlechtsidentität zu entwickeln. Floristen können Kunden mit ihren kreativen Fähigkeiten und ihrem Einfühlungsvermögen begeistern.

  • In der Pflege können Männer dazu beitragen, die physische und emotionale Belastung der Arbeit zu verringern. 
  • In der Erziehung können Männer dazu beitragen, positive Rollenvorbilder für Jungen und Mädchen zu bieten. Sie können auch dazu beitragen, die Diversität in der Schule zu erhöhen.
  • In der sozialen Arbeit können Männer dazu beitragen, die Bedürfnisse von Männern und Jungen besser zu verstehen. 

Herausforderungen für Männer in Frauenberufen

Männer in Frauenberufen müssen jedoch auch mit einigen Herausforderungen umgehen. Sie können mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert sein. Zum Beispiel werden sie manchmal als unpassend oder homosexuell wahrgenommen. Darüber hinaus werden Frauenberufe oft als weniger wertgeschätzt und schlecht bezahlt. Dies kann Männer davon abhalten, sich für diese Berufe zu entscheiden.

Maßnahmen zur Förderung von Männern in Frauenberufen

Um den Anteil von Männern in Frauenberufen zu erhöhen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören:

  • Bewusstseinsbildung: Es ist wichtig, Geschlechterstereotype abzubauen und zu zeigen, dass Männer auch in vermeintlichen Frauenberufen erfolgreich sein können. Dies kann durch Aufklärungsarbeit in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen erfolgen.
  • Förderung von Männern in Frauenberufen: Es ist wichtig, Männer in Frauenberufen zu fördern und ihnen gleiche Chancen zu bieten. Dies kann durch gezielte Ansprache von Männern bei der Berufswahlberatung und durch Unterstützung von Männern in Frauenberufen erfolgen.
  • Verbesserung der Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten: Die Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten in Frauenberufen sollten verbessert werden, um sie für Männer attraktiver zu machen. Dies kann durch politische Maßnahmen und durch die Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Gewerkschaften erfolgen.

Fazit

Die zunehmende Entscheidung von Männern für Frauenberufe ist ein positiver Trend und trägt dazu bei, die Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt voranzutreiben.